Jagen in Argentinien – Kurztrip zu den Blackböcken

Jagen in Argentinien – Kurztrip zu den Blackböcken

Jagd auf die Antilope Südamerikas

Argentinien ist bekannt für seine Weine und Rinder, aber für uns Jäger hat es noch viel mehr zu bieten. Dieser südamerikanische Staat hat sehr unterschiedliche Landschaftsformen wie Teile der Anden, Gletscherseen und die Pampas, traditionelles Weideland der berühmten Rinder. Diese geografische Lage und Landschaft können auch wir Jäger uns zu Nutze machen und eine große Varietät an Wildarten bejagen. Die Gebiete rund um die Pampas bieten Rothirschen, Axishirschen und Hirschziegenantilopen (auch Blackbuck genannt) einen idealen Lebensraum und eignen sich auch perfekt für die Flugwildjagd unteranderem Taubenjagd. Die Berge in Patagonien hingegen bieten viele weitere Wildarten wie Pumas, Mehrhornschafe, Rothirsche, Peer Davids Hirsche und weitere. Unsere Gruppe wollte sich diesmal ausschließlich auf die Hirschziegenantilope konzentrieren und auf Grund der sehr guten Bestände hatten wir dafür zwei Tage veranschlagt.

Unsere Vierergruppe flog mit einem Zwischenstopp nach Buenos Aires(BA) dem Eintrittsflughafen nahezu jeder Jagdreise nach Argentinien. Zu unserem Glück hat der Outfitter Gebiete für Hirschziegenantilopen bzw. Blackböcke in der Nähe von Buenos Aires, so dass wir uns einen weiteren Inlandsflug sparen konnten, was nach 24h Anreise über Rom wie ein Geschenk wirkte. Angekommen in BA waren die Waffenformalitäten schnell erledigt und unser Outfitter Patricio wartete bereits am Ausgang auf uns. Nach einer herzlichen Begrüßung ging es auch gleich los. Die Fahrtzeit beträgt ohne Verkehr ca. 2h, da Buenos Aires aber Tag und Nacht geschäftig ist, zog sich der erste Teil durch die Stadt etwas danach konnten wir schon die Landschaft Argentiniens auf dem Weg zu Lodge genießen. Während der Fahrt erfuhren wir von Patricio, dass er hier verschiedene Gebiete bejagt auf denen sich insgesamt ca. 5000 Blackböcke befinden, aber alle komplett in freier Wildbahn. Das Habitat ist ideal für die Kleine Antilope mit abwechselnder Feld Wald Flur und dazwischen immer wieder kleine Büsche und Feldgehölze. Neben Hirschziegenantilopen kommen hier auch starke Axishirsche vor. Angekommen in unserer Lodge, welche noch im typischen Kolonialstil aufgebaut war, besprachen wir bei einem reichhaltigen Abendessen die Jagd am nächsten Tag. Wir sollten in zwei Gruppen geführt werden, Patricio ging mit mir und Torsten zusammen mit Bernhard ging mit einem zweiten Berufsjäger.

Der erste Tag
Bereits auf der Hinfahrt ins Jagdrevier konnten wir die ersten kleinen Sprünge von Backböcken sehen, die sich zusammen mit den hier allgegenwertigen Rindern auf der Weide versammelten. Das Revier bestand aus vielen kleinen Waldungen, welche an eine große Weide angrenzten. Unser Plan war langsam durch den kleinen Wald in Richtung der Weide zu pirschen, um von dort einen Überblick zu bekommen, wo die Hirschziegenantilopen genau stehen. Obwohl wir sehr leise pirschten konnten wir bereits bei unserem Pirschgang durch das kleine Wäldchen zwei Gruppen von Antilopen hochmachen, jedoch jeweils nur weibliches Wild, so dass wir zielstrebig weiter Richtung de Weide pirschten. An der Feld Waldgrenze angekommen konnten wir zwei größere Gruppen ausmachen, welche zusammen mit den Rindern auf der Weide standen. Da uns auf der Weide keine Deckung mehr blieb pirschten wir vorsichtig an das Ende der Waldung und von dort robbten wir langsam über die Rinderweide an den Kuhfladen vorbei geradewegs auf die begehrte Wildart zu. Aus ca. 300m konnten wir vermeintlich zwei gute Böcke in Mitten der Herde ausmachen, diesen sollte unser Versuch nun gelten. Da die Rinder und auch Blackböcke mittlerweile etwas gemerkt hatten und regelmäßig zu uns herüber äugten, musste es jetzt ganz vorsichtig voran gehen. Im Kriechgang brachten wir uns auf ca. 200m in Schussposition und um auf den passenden Moment zu warten den Schuss anzubringen. Zunächst tat uns keiner der Böcke den Gefallen sich aus der Herde zu bewegen und es waren immer entweder Rinder oder andere Blackböcke im Weg, nach geschlagenen 20 Minuten warten kam plötzlich Bewegung in die Gruppe und kurz bevor alle absprangen blieb einer der Böcke noch einmal hinter einem kleinen Busch stehen und verhoffte zu uns sichernd. Dies war unsere Gelegenheit und ich konnte den Bock auf ca. 180m erlegen. Als wir dann jedoch zu dem Bock kamen war die Überraschung groß, der Bock hatte nur ein komplettes Horn und eine Seite war verkümmert oder abgebrochen. Da ich noch 3 Pirschgänge Zeit hatte entschied ich mich noch einen weiteren Bock, aber diesmal mit 2 Hörnern zu schießen. Nach den obligatorischen Fotos fuhren wir zurück in die Lodge um den Bock zu versorgen. Dort angekommen trafen wir bereits auf unsere zweite Gruppe und konnten Torsten ebenfalls waidmannsheil wünschen, da er morgens ebenfalls bereits einen sehr guten Blackbock erlegen konnte.
BlackbuckPool
Am Nachmittag wollte Torsten nun mich begleiten und die Jagd filmen, während Bernhard mit Begleitung einen weiteren Versuch unternahm, endlich auch seine Hirschziegenantilope zu bekommen. Patricio wollte diesmal in ein etwas anderes Gebiet fahren, hier waren viel mehr Waldungen und klein parzellierte Wiesen vorhanden im Vergleich zu den großen Weiden zuvor. Wir pirschten erneut abwechselnd im Wald und auf den Wiesen und sahen wiederum sehr viele Blackböcke meist aber weibliche mit Jungen oder jüngere Böcke. Nach ca. 2h pirschen erreichten wir eine kleinere Waldung mit See und sahen in der Entfernung stärkeres Wild, die Kontrolle mit dem Fernglas zeigte uns dann jedoch, dass es sich nicht um Blackböcke sondern eine Gruppe von Axishirschen handelte, darunter zwei sehr starke Hirsche. Da weder Torsten noch ich einen Axishirsch geplant hatten, wollten wir nur einige Fotos schießen und uns dann wieder der Pirsch zuwenden. Wir pirschten noch bis es dunkel wurde und sahen auch einige gute Böcke, diese waren aber entweder zu weit oder sahen uns schneller, so dass sie sich rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten. Da es zum Ansprechen zu dunkel wurde, fuhren wir zurück und konnten einen freudestrahlenden Bernhard treffen, dieser hatte nun auch endlich seinen ersten Bock erlegt. Für den nächsten Tag vereinbarten wir, dass er nochmal auf einen zweiten versuchen wird, da er einen als Schultermontage und einen als Schädelmontage möchte.

Muntjak

Der finale Tag
Am zweiten Tag ging es nach einem frühen Frühstück los. Bernhard ging mit Patricio und Torsten und ich mit dem zweiten Berufsjäger. Wir wollten wieder zurück in das Gebiet vom Vortag mit den vielen Wald und kleinen Wiesenflächen. Wir pirschten erneut die kleinen Waldungen ab und schauten immer wieder an der Feld-Waldgrenzen, ob wir nicht Blackböcke sehen. Die erste Stunde tat sich wenig, es war noch früh und das Wild noch nicht viel auf den Beinen. Mit der Sonne kam dann aber Bewegung in den Wald und die Feldflur. Zunächst sahen wir einige Stücke bei unseren Pirschgängen im Wald, meist jedoch waren es weibliche Stücke. Wir konnten auch zwei bis drei gute Böcke ausmachen jedoch kamen wir in den kleinen Wäldern nicht an das Wild heran, daher beschlossen wir uns mehr auf die kleinen Wiesen zu konzentrieren. Nachdem wir zwei Stunden gepirscht hatten und vielleicht 20 Stücke gesehen hatten, sahen wir plötzlich außerhalb unseres Waldstreifens eine größere Gruppe in die auch zwei sehr dunkel gefärbten Böcke enthalten waren. Die Böcke haben in der Regel ein braun bis fast schwarzes Fell und stechen dadurch gut aus der Gruppe von den hell gefärbten Weiblichen heraus. Langsam pirschten wir uns in Richtung der Gruppe und konnten mit dem Fernglas erkennen, dass einer der beiden Böcke ein starker alter Blackbock war. Diesem sollte es nun gelten. Vorsichtig pirschten wir unter Ausnutzung der Bäume zur Waldkante. Zu unserem Glück waren hier die einzelnen kleinen Wiesen mit Rinderzäunen eingezäunte die aber so zugewachsen waren, dass sie eine natürliche Deckung für uns boten. Wir pirschten uns auf Knien langsam entlang des Zaunes voran und schauten immer wieder, wo sich die Gruppe gerade aufhielt. Als wir ca. 200m vor der Gruppe waren, konnten wir nochmal bestätigen, dass es ein passender Bock ist und wir entschlossen uns noch 40m weiter zu pirschen, bis zu einem kleinen hölzernen Zaunpfeiler, welcher eine ideale Auflage bot. Gesagt getan nach kurzer Zeit erreichten wir unseren Platz und ich konnte mich einrichten. Mittlerweile hat sich ein Großteil der Gruppe jedoch nieder getan, inklusive unserem Bock der genau im hohen Graß lag. Wir konnten noch die Hörner sehen, somit wussten wir wo er sich aufhält aber der Körper war komplett verdeckt, so dass an einen Schuss nicht zu denken war. Nach ewigen Minuten des Wartens tat uns die Gruppe den gefallen und sie beendeten ihre Mittagsruhe und standen langsam wieder auf. Auch unser Bock bewegte sich nun wieder und stand im hohen Gras, aber immer noch so, dass ein Schuss nicht möglich war. Kurze Zeit später jedoch trat er in unsere Richtung in eine etwas niedrigere Grasfläche und zeigte uns die Brust. Für mich war die einzige Chance nun Spitz von vorne auf den Stich, was ich dann auch nutzte und der Bock lag im Knall und viel rückwärts in das hohe Gras. Der Rest der Herde sprang nach dem Schuss ab und wir konnten einen sehr guten Bock, diesmal mit zwei perfekten Hörnern, in Augenschein nehmen. Überglücklich über die Trophäe und auch dass wir alles auf Kamera hatten fuhren wir mit dem Blackbock zurück zur Lodge. Dort angekommen trafen wir bereits auf die zweite Gruppe, diese hatten auch geschossen allerdings ist der Blackbock abgesprungen und sie konnten ihn trotz guten zeichnens nach dem Schuss nicht finden. Da wir am nächsten Morgen früh zum Flughafen mussten, vereinbarten wir, dass der zweite Guide mit einem Hund den Bock suchen wird und wir früh zum Flughafen fahren sollten.

Abschluss mit Happy end
Früh morgens nach dem Frühstück ging es zurück nach Buenos Aires zum Flughafen nach der Hälfte der Fahrtstrecke dann der erleichternde Anruf, der Guide hat mit Hilfe des Hundes den zweiten Bock von Bernhard gefunden und es sollte der stärkste sein, den wir während unserer zwei Jagdtagen hier in Argentinien erlegen konnten. Zufrieden, dass trotz der kurzen Zeit hier in Argentinien jeder seine begehrte Trophäe erhalten hatte, machten wir uns auf den langen Rückflug erneut via Rom nach Deutschland. Es war für alle eine super Zeit für uns waren aber zwei wichtige Dinge klar, welche wir das nächste Mal anders machen würden. Zum einen versuchen einen Direktflug von Deutschland nach Buenos Aires zu bekommen, um uns die 24h Flug mit 8h Aufenthalt in Rom zu sparen und wir würden zumindest einen Tag länger bleiben. Auch wenn die 2 Tage vollkommen ausreichend waren für die Blackböcke wäre es doch entspannter gewesen noch einen Zusatztag als Puffer zu haben.

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