Schwarzbärjagd in Kanada

Schwarzbärjagd in Kanada

Unendliche Weiten trifft auf grandiose Landschaft

Kanada ist für viele der Inbegriff von Freiheit, ein riesiges Land mit unberührter Natur welches von der USA im Süden bis weit in die arktischen Gebiete im Norden reicht. Der ideale Ort um den Stress des Alltags zu vergessen und die Seele baumeln zu lassen. Die erste Reise sollte mich an die Westküste nach Britisch Columbia führen. Via Frankfurt ging es über Vancouver nach Prince George, einer kleinen Stadt in Mitten von Britisch Columbia. Von hier aus führte der Weg mehrere Stunden nach Norden vorbei an riesigen Waldschlägen und atemberaubenden Flüssen und Bächen die sich durch Täler winden, immer weiter in die Wildnis B.C.s. Der letzte Halt vor dem Camp war in Fort St. James, einem Indianerreservat, welches einige Sehenswürdigkeiten wie ein Museum über die Ureinwohner sowie Informationen zum Ursprung von Fort St. James bietet. Wassersportfreunde können sich an dem großen See ihrer Berufung widmen. Die letzten Meter zum Camp, welches idyllisch an einem See im Wald gelegen war, wurde mit dem Boot zurückgelegt, da es keine Straßenverbindung an das Camp gibt.
Das Camp an sich war sehr funktionell eingerichtet und bestand aus dem Haupthaus mit Küche (Gaskocher) und Schlafmöglichkeit für uns Jäger sowie 2 kleinere Hütten für die Berufsjäger und die Köchin.
Für diese erste Frühjahrsjagd waren wir zu dritt, Vater und Sohn die 2:1 Jagen und ich als 1:1 Jäger, Ziel ist für jeden ein Schwarzbär und ein Grizzly für einen der 2:1 Jäger. Abends gab es zur Begrüßung Elchbraten.Anschließend wurden die Pläne für den nächsten Tag geschmiedet. Jens der Outfitter dieses 500.000ha Gebietes begleitete die 2:1 Jäger.

Der erste Tag
Ich jagte mit Warren einem indianisch stämmigen Guide aus Fort St. James. Frühmorgens ging es los.Jede Gruppe fuhr mit einem Pickup in das weite Jagdgebiet auf der Suche nach einem Schwarzbär. Während der Pirschfahrt (eine reine Fußpirsch ist bei der Größe des Revieres nicht möglich) sahen wir vereinzelt Elche durch das Unterholz ziehen und auch eine Bärin mit Jungen aber ein alter Bär zeigte sich an diesem Morgen noch nicht.
Über die Mittagszeit rasteten wir an einem erhöhten Punkt im Revier von welchemmehrere Täler und Wasserstellen mit frischem Grün überwacht werden konnten. Diese Stellen sind sehr vielversprechend, da die Bären jetzt nach dem Winterschlaf mit leerem Magen auf der Suche nach frischem Grün waren und vor allem der junge Löwenzahn wie ein Magnet wirkte. Doch auch hier blieb der Erfolg zunächst aus.
Auf der Rückfahrt trafen wir zwei Goldsucher, welche mit Spezialmaschinen den Erdboden nach Gold durchsiebten und tatsächlich uns einige kleine Nuggets und Goldstaub zeigen konnten. Wir erkundigten uns nach Bärsichtungen und sie konnten uns wirklich von einigen Bären berichten welche sie in einem der Seitentäler am Morgen gesehen hatten. Uns packte neuer Mut. Wir entschlossen uns bis zur nächsten Anhöhe zu fahren, um dann die beiden vermuteten Täler per Fuß zu erpirschen. Bei herrlichem Sonnenschein pirschten wir langsam durch die Kiefernjungbestände auf die vermutete Stelle. Plötzlich ein Krachen im Unterholz, mein Guide sagte ich solle sofort das Gewehr fertig machen, da man hier auch mit Grizzlys rechnen müsse und im Ernstfall sollte ich besser vorbereitet sein, falls er angreift. Langsames Anschleichen zu der Stelle von welcher das Geräusch kam, gepaart mit abwarten und hören,zog sich über die nächsten Minuten. Drei Baumgruppen weiter kamen wir an den Rand einer kleinen Lichtung und hier sahen wir endlich, was das Geräusch verursacht hatte. 2 junge Bären tobten über die Lichtung. Nichts zum Schießen, aber allein der Anblick wie unbestürzt diese beiden Schwarzbären mit sich spielten, machte schon die Strapazen des Abstiegs durch dichtes Geäst vergessen.
Da es mittlerweile anfängt zu Dämmern entschieden wir uns langsam zum Auto zurückzukehren und am nächsten Tag einen neuen Versuch zu starten. Abends in der Hütte bei deftigem Essen erzählten auch unsere Mitjäger von einigen Schwarzbärsichtungen, jedoch waren ebenfalls keine schießbaren Bären dabei gewesen.

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Tag 2
Der zweite Tag sollte zumindest für einen von uns mehr Erfolg bringen. Wieder ging es früh raus. Diesmal fuhr ich mit Warren eine gutes Stück weiter nach Norden, was sich auch an der Vegetation bemerkbar machte, da hier die Schneeschmelze noch nicht zu lange her war und somit viel weniger Grün sichtbar war als am Vortag im Süden. Unsere ersten Pirschfahrten verliefen wie am Vortag zunächst ohne Sichtung eines Bären.
Gegen Mittag jedoch sahen wir einen Schatten durchs Unterholz huschen, was Warren sofort als Bär erkannte. Mir ist bis heute noch nicht klar wie er an dem Schatten einen Bären ausmachen konnte. Sofort wurde der Entschluss gefasst diesen Bären anzugehen. Da sich der Bär jedoch in der Kieferndickung sehr gut verstecken konnte, mussten wir einerseits versuchen nahe an ihn heranzukommen, andererseits jedoch vorsichtig sein ihn nicht zu vergrämen. Nachdem wir den Bären eine halbe Stunde durch das Dickicht verfolgt hatten, kamen wir an eine kleine Lichtung, an der wir nun freien Blick auf unseren Bären hatten. Erst jetzt sehen wir, dass es sich wieder um eine starke Bärin mit ihrem Kleinen handelte. Etwas enttäuscht, dass der Pirschgang erneut umsonst war, aber erfreut am Anblick der kleinen Bärenfamilie traten wir den Rückweg zum Auto an. Bei der anschließenden Pirschfahrt sehen wir, neben zwei kleinen Schwarzbären, auch einen männlichen Grizzly sowie einen Weiblichen mit Jungen. Da wir jedoch nur auf Schwarzbär aus waren wurde der Grizzly nur mit der Kamera beschossen.
Auch wenn der zweite Tag bei mir wieder ohne Erfolg endete, hatte ich doch sehr viele Landschaftseindrücke gesammelt und schöne Fotos geschossen. Zurück im Camp wurden wir von zwei gut aufgelegten Mitjägern empfangen die heute zum ersten Mal erfolgreich waren und einen guten Schwarzbär erlegen konnten. Zur Feier des Tages waren heute neben Warren noch weitere indianische Kollegen aus Fort St. James anwesend die uns auch auf ein Biberessen einluden, was wir deutsche Jäger jedoch höflich ablehnten.

Aller guten Dinge sind 3 – Tag 3
Am dritten Tag war nun der Damm gebrochen. Nachdem am Tag zuvor ein erster Bär erlegt wurde, hatten alle riesigen Ehrgeiz nun nachzulegen. Warren und mich verschlug es nun wieder in den Süden mit mehr Vegetation. Bei der Pirschfahrt am Morgen sahen wir erneut einige Elche aber noch keinen Bären. Zur Abwechslung wollten wir diesmal mittags nicht an einem Hügel auf Bär ansitzen sondern fuhren an einen sehr schön gelegenen See in dem hiesigen Jagdblock und probierten unser Glück beim Fischen. Diesmal mit Erfolg. Neben einigen „Squawfischen“ einer speziellen Weißfischart mit vielen Gräten fingen wir auch einige Forellen welche wir dann für das Abendessen mit einpackten.

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Ermutigt von dem „Jagderfolg“ auf die Fische ging es am Nachmittag wieder los auf Schwarzbär. Diesmal wollten wir es in den großen Kahlschlägen probieren, welche von den hier massenhaft vorhandenen Borkenkäfern verursacht wurden. Nach einer kurzen Pirschfahrt sahen wir von unserer Position auf der gegenüberliegenden Seite des Berges einen schwarzen Stein der sich bewegte. Bei näherem Hinsehen mit dem Fernglas entpuppte sich der Stein als Schwarzbär und diesmal ein Passender zum Erlegen. Um den Bär nicht zu verschrecken entschlossen wir uns den Pickup stehen zu lassen und den Bär zu Fuß anzugehen. Wir hatten einen langen Fußmarsch vor uns. Zunächst den kompletten Berg hinunter auf dem unser Auto geparkt war, danach ding es durch den kleinen Fluss im Tal und erneut der Aufstieg in Richtung der Position an welcher wir den Bär entdeckt hatten. Während des Angehens schauten wir immer wieder, ob sich der Bär auch noch an der besagten Stelle aufhält. Einige Meter später hatten wir den Hügel erklommen auf dem der Bär gesichtet wurde und wir pirschten uns vorsichtig von Baum zu Baum, um möglichst den Bär nicht auf uns aufmerksam zu machen.
Mittlerweile war der Bär auf eine große Freifläche ausgetreten die uns keine Deckung mehr bot. Wir schlichen uns auf Knien hinter Baumstümpfen näher und näher an unser gewünschtes Ziel heran. Als wir nur noch 150m von dem Bär entfernt waren mache ich mich bereit, das an der R93 montierte Zweibein ist für einen solchen Schuss aus der liegenden Position prädestiniert. Die Waffe im Anschlag und gespannt wartete ich darauf, dass sich der Bär passend breit stellt um ihm die Kugel anzutragen. Plötzlich dreht der Wind und der Bär schaute in unsere Richtung, noch bevor er zum Sprung ansetzen konnte, um zu verschwinden ließ ich die 8x68s fliegen und der Bär lag auf dem Stand. Nun kommt auch Warren der etwas zurückgeblieben war um nicht zuviel Beunruhigung beim Anpirschen zu haben und gratuliert mir zu meinem ersten Bären.
Nachdem wir den Pickup geholt hatten war der Bär schnell versorgt und wir fuhren zurück Richtung Camp. In Fort ST. James füllten wir noch den Vorrat an Bier auf bevor es zurück zur Hütte ging. Zurück im Camp waren wir diesmal die ersten und konnten so etwas entspannen und bei einem kühlen Getränk auf unsere zweite Jagdgruppe warten. Relativ spät, als es bereits dunkel war, kamen dann auch unsere beiden Kollegen und machten den Tag rundum perfekt, da nicht nur ich, sondern auch beide Kollegen einen Schwarzbär erlegen konnten. Ein normalfarbener und einen Zimtbären.
Da für mich die Bärenjagd beendet war nutzte ich die nächsten beiden Tage zum Ausschlafen, danach half ich dem Berufsjäger die Bären aus der Decke zu schlagen. Gegen Nachmittag nutzte ich dann noch die Gelegenheit mit dem Boot den See um das Camp zu erkunden und versuchte mich erneut im Fischfang, was jedoch im Vergleich zum Tag zuvor nicht erfolgreich verlief.

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Abreise
Am nächsten Tag Stand bereits die Rückreise nach Deutschland an mit vielen neuen Erfahrungen und Eindrücken von der weiten unberührten Natur Kanadas. Die fünf Jagdtage vergingen wie im Flug, haben aber gezeigt, dass es im Leben auch ohne Internet, Handy und elektrischen Strom funktioniert und waren der ideale Ausgleich zu der immer hektischeren Berufswelt in der es nur noch um bessere Geschäftszahlen und Produktivität geht.

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Schwarzbär
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