Büffeljagd – Die Suche nach Daggaboys in Südafrika

Endlich war es soweit, nachdem ich viele Male in Afrika auf Antilopen gejagt hatte, wollte ich mir den Traum vom einem Büffel erfüllen. In der Auswahl standen verschiedene Länder, ich habe mich am Ende für Südafrika entschieden, wobei es mir aber wichtig war die ursprüngliche Art der Jagd auf der Fährte zu erleben, bei der man die Büffel teils über mehrere Stunden nur anhand der gefundenen frischen Fährte anpirscht. Dies ist die typische Jagdart wie sie auch in Zimbabwe und anderen bekannten Büffelländern durchgeführt wird.

Büffel kommen in Südafrika in fast allen Provinzen vor, jede Provinz hat dabei ihren eigenen Charakter und entsprechend unterschiedlich ist auch die Landschaft und die Art wie man an die Büffel herankommt. Meine Jagd sollte in KwaZuluNatal stattfinden, welche im Südosten von Südafrika liegt. Da es keine direkte Flugverbindung nach KZN gibt ist eine ca. 6-8h Fahrt mit dem Pickup vom Johannesburg Flughafen notwendig um in das Camp zu kommen. Dies sollte der Vorfreude jedoch keinen Abbruch tun und wurde genutzt um bereits die Details der Jagd zu besprechen und die Landschaft zu genießen. Die Fahrt führte vorbei an diversen Goldmienen, Kohletagebauten sowie Holzplantagen bis zu den grünen Landschaften in KZN. Im Vergleich zu anderen Regionen bekommt KZN sowie die angrenzende Region Ostkap bedeutend mehr Niederschlag, so dass hier die Landschaft länger grün sind. Da ich ein Fan des afrikanischen Winters bin fahre ich in der Regel zwischen Juli und September nach Südafrika, so war es auch bei der Büffeljagd. Der große Vorteil dieser Zeit liegt darin, dass das Graß bereits getrocknet ist und weniger Wasser vorhanden ist, so dass wir einerseits das Wild besser finden und andererseits auch mehr Wild die Wasserstellen besucht. Angekommen im Camp wurde schnell das geräumige Zimmer bezogen danach ging es auch gleich los die Waffe kontrollzuschießen. Auf Großwild führe ich meine bewährte Blaser R93 im Kaliber 416 Rem Mag, diese Waffe hat mehr Reserve als die auch mögliche 375 H&H und ist ausnahmslos für alles Großwild in Afrika zulässig. Dank der Einfachen Zerlegung und dem schnellen Zusammenbau der R93 sind wir in Null Komma Nichts bereit den Probeschuss abzugeben. Bei all meinen Jagdreisen hatte ich noch nie erlebt, dass eine Waffe nach dem Flug neu eingeschossen werden musste, der Probeschuss ist dennoch obligatorisch, da bei dem Transport auch das Zielfernrohr verstellt werden könnte. Zudem sind die Luftfeuchtigkeit, Höhenmeter und weitere Faktoren im Ausland unterschiedlich was sich ebenfalls auf die Treffgenauigkeit auswirken kann. Nach dem Probeschuss der erneut nicht zu beanstanden war gingen wir zurück zur Lodge um am Lagerfeuer den Tag ausklingen zu lassen.

Während wir gemütlich unsere Biere und Savanna Dry am Feuer genossen gingen wir bereits die Vorgehensweise der Jagd durch. Am nächsten Morgen sollte es früh los gehen, wir hatten ca. 1h Fahrt Richtung Pongolastausee vor uns. Dieses Gebiet hat gute Büffelbestände ist aber nicht leicht zu bejagen, da es sehr hügelig und mit dichtem Busch bestückt ist. Nach einer entspannenden Jagd war es am nächsten Morgen soweit gegen 10:00 Uhr Ortszeit erreichten wir das Pongola reserve in dem wir jagen sollten. Zunächst wurde mit den lokalen Rangern der Verlauf abgestimmt. Sie gaben uns erste Hinweise wo Büffel gesichtet wurden und wir frische Fährten finden sollten. Voller Erwartung ging es los auf die andere Seite des Reserves. Während der Fahrt konnten wir bereits einige Gnus und Impalaherden entdecken, doch dann lag plötzlich ein vermeintlicher dicker Ast genau auf der Fahrspur. Wir staunten nicht schlecht als wir ausstiegen um den Ast zu entfernen, es war kein Holz was da unseren Weg querte, sondern eine ca. 3m lange Python. Auf Grund der kalten Temperaturen bewegte sich die Schlange im Schneckentempo von der einen zur anderen Seite. Nach ca. 15 Minuten war die Show dann vorbei und der Python gab die Fahrspur wieder frei.

Kurze Zeit später kamen wir in das besagte Gebiet in dem am Vortag die Büffel gesehen wurden. Wie ließen den Wagen stehen und gingen zu Fuß weiter, zwei lokale Tracker mein Berufsjäger und ich. Zu unserem Glück ist an dieser Stelle weicher Sandboden, so dass wir gut nach den Büffelspuren suchen konnten und auch fündig wurden. Eine kurze Besprechung der Tracker mit dem PH ergab, dass es sich bei den Fährten um 2-3 gute Büffel handeln mussten. Ab jetzt hieß es vorsichtig voran zu pirschen und den Fährten zu folgen. Dies war zu Beginn noch relativ einfach da die Büffel direkt auf dem sandigen Fahrweg liefen. Kurze Zeit später jedoch ging es in die Dornbüsche. Ab jetzt mussten wir für unseren Büffel extrem hart arbeiten, auf der einen Seite war schon alleine das Pirschen durch die engen Büsche eine Tortur auf der anderen Seite wurde der schöne Sandboden nun mehr und mehr von Gestein und Geröll abgelöst, so dass die Tracker immer genauer schauen mussten um die Fährte nicht zu verlieren. Wir folgten den Fährten für ca. 2.5h dann stoppten wir plötzlich, dann stoppten wir alle Ruckartig. Neben uns hörten wir Äste knacken und tiefes Schnaufen, sollten wir unsere gewünschten Büffel eingeholt haben? Ganz vorsichtig pirschten wir uns nun Schritt für Schritt voran. Meter für Meter kamen wir dem Geräusch näher ohne dabei die Fährten aus den Augen zu verlieren. Da diese genau in die gleiche Richtung liefen waren wir sicher nun in kürze auf die Büffel zu treffen. Eine kurze Zeit später wurden wir dann aber leider enttäuscht, die Geräusche waren keine Kaffernbüffel sondern eine Streifengnuherde die sich ebenfalls hier im dichten Gestrüpp auf Nahrungssuche gemacht haben. Wir umschlugen die Gnus vorsichtig um anschließen wieder unseren Büffelfährten zu folgen.

Je weiter wir pirschten umso dichter wurden die Büsche. Fast nicht vorzustellen wie so massiges Wild wie der Büffel durch dieses dichte Buschwerk vorankommt. Die Pirsch führte uns weiter den Berg hinauf, immer steiler und wir hatten schon fast unsere ganzen Wasservorräte aufgebraucht als wir plötzlich durch das Unterholz große schwarze Körper sahen. Diese waren für Gnus zu groß, so dass wir sicher waren unsere Büffel gefunden zu haben. Schnell nochmal den Wind prüfen, da dieser genau von den Büffeln auf uns zu kam konnten wir uns sehr vorsichtig näher an die Büffel heran pirschen. Jetzt konnten wir sehen, dass es 2 Büffel waren allerdings noch nicht ansprechen wie stark sie sind. Vorsichtig pirschten wir durch die Dornenbüsche, mittlerweile war das Adrenalin im ganzen Körper, so dass wir die Stiche der Dornen schon gar nicht mehr spürten. Die Büffel zogen nun gemächlich auf ca. 50m vor uns durch das Gebüsch. An einen Schuss war aber hier nicht zu denken, viel zu viele Äste die selbst bei dem großen Kaliber die Kugel ablenken würde.  Also versuchten wir näher heran zu kommen und hofften auf eine etwas offenere Fläche zu stoßen. Ohne Vorwarnung sprinteten die Büffel plötzlich los durch die dichten Dornbüsche, aber zu unserem Glück hinaus auf eine anschließende etwas offenere Ebene. Dank dem Sprint hatten wir wieder einiges an Abstand zwischen die Büffel und uns bekommen. Da wir sie aber noch sehen konnten pirschten wir vorsichtig an den Rand der dichten Dornbüsche und wollten von dort schauen, ob wir einerseits die Büffel ansprechen können und bestenfalls zu Schuss kommen können. Das Pirschen zog sich einige Zeit hin schließlich sind wir aber am Rand der etwas offeneren Fläche angekommen. Die Büffel stehen bereits auf der anderen Seite der Fläche aber noch und den Dornbüschen gut einsehbar von unserer Position. Es sind zwei alte Bullen und wir entscheiden uns den Rechten der beiden zu erlegen.

Langsam wird das Dreibein aufgebaut und ich schiebe die Blaser auf die Auflage. Auf Grund des anstrengenden Aufstiegs muss ich zuerst etwas ruhiger werden bevor wir einen Schuss anbringen können. Der Berufsjäger hat die Entfernung mit 150m gemessen, dies sollte für die 416 kein Problem sein auch wenn sie jetzt nicht gerade als Weitschusspatrone bekannt ist. Nach einer kurzen Beruhigungsphase in der der Büffel immer Spitz zu uns Stand machte ich mich auf dem Dreibein bereit. Das Blatt fest im Zielstachel wollte ich warten bis er sich breit dreht um einen möglichst idealen Schuss anbringen zu können. Mehrere Minuten, die sich wie Stunden anfühlten, warteten wir darauf, dass sich der Büffel drehte. Dann war es endlich soweit die Büffel wollten abgehen und als sich das Blatt breit stellt lass ich die Kugel fliegen und der Büffel bleibt auf anhieb stehen. Der Schuss war ideal allerdings ging der Büffel nicht sofort runter, so dass ich eine weitere 416 Swift A-Frame auf das Blatt schoss. Nach dem zweiten Schuss brach der Büffel auf den Schuss hin zusammen und blieb an Ort und Stelle liegen. Erschöpft von den ganzen Strapazen machten wir nach kräftigen Waidmannsheil Wünschen zunächst eine kurze Pause an unserer Position von der wir geschossen hatten.

Anschließend gingen wir langsam Richtung unseres Büffels. Zu unserem Erstaunen war der 2. Büffel jedoch immer noch da und wollte nicht von seinem erlegten Gefährten lassen. Alles Rufen und Schießen mit der 9mm Para in den Boden brachte zunächst nichts der Büffel hielt stur seine Position. Wir entschieden uns das Auto zu holen und uns einen Weg freizuschlagen, mit der Hoffnung dies würde den Büffel vergrämen. Und tatsächlich, als der Tracker mit dem Auto angefahren kam, hatte sich der Büffel für den Rückzug entschieden, so dass wie ohne Gefahr eine Schneise zu dem erlegten Büffel schlagen konnten. Kaum waren wir am Büffel strömten schon wie aus dem nichts von überall die Helfer herbei um bei der Bergung und dem Aufladen des Büffels auf den Jagdwagen zu helfen. Müde und erschöpft aber überglücklich über den hart erarbeiteten Büffel fuhren wir zurück ins Camp wo bereits der reichlich gedeckte Tisch mit dem Abendessen wartete. Am Lagerfeuer ließen wir nochmal den Tag Revue passieren und entschieden uns die nächsten Tage ruhiger angehen zu lassen. Während der nächsten Tage konnte ich selbst noch ein Weisschwanzgnu erlegen und mein Kollege mit dem ich nun gemeinsam jagte hatte sich auf Drehhornantilopen wie Nyala und Buschbock spezialisiert und konnte jeweils einen der gewünschten Wildarten erlegen. Nach 5 Tagen in Südafrika ging es dann auch via Johannesburg zurück in die Heimat mit dem ersten Vertreter der Big five und es sollte für mich nicht der letzte bleiben.

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