Jagd auf die grazile Rappenantilope (Sable) in Südafrika

Die Rappenantilope (Hippotragus niger) oder auch Sable genannt zählt zu einer der begehrtesten großen Antilopen in Afrika. Dank dem Boom der letzten Jahre hat sich die Population stark erhöht was sich auch positiv auf die Jagdmöglichkeiten und auch auf den Preis für uns Jäger ausgewirkt hat. Sable kommen in den meisten Ländern im südlichen Afrika vor. Nachdem ich bereits viele Sable in Simbabwe gesehen hatte wollte ich zunächst dort auf Sable jagen. Nachdem ich jedoch einige Recherchen angestellt hatte, stellte sich heraus dass Südafrika eigentlich noch bessere Sable Möglichkeiten bietet, so dass am Ende die Wahl auf Südafrika viel. In Südafrika werden Sable in nahezu allen Provinzen bejagt von NorthernCape, über Limpopo, KZN bis nach Freestate. Insbesondere im Freestate und Limpopo sind hier sehr gute Bestände vorhanden. Für meine Sable Jagd hatte ich 4 Tage eingeplant was mehr als ausreichend ist um eine der begehrten Trophäen zu erlegen.

  

Im Juli ging es dann los gen Süden zu meiner zweiten Heimat Südafrika, nach der Erledigung der Waffenformularitäten am Flughanfen Stand eine etwas längere Fahrt in das Camp bevor, so dass wir erst gegen Abend ankamen. Während des großen Abendessens besprachen wir den Ablauf des nächsten Tages und gingen nach dem anstrengenden Tag mit 10h Flug und Anreise früh ins Bett. Am nächsten morgen fuhren wir nach dem Frühstück direkt in das Revier in dem wir unsere Sablejagd durchführen wollten. Im Vergleich zu anderen Wildarten wie Büffel oder Eland, welche meist auf der Fährte bejagt werden, ist die Jagd auf Sable eher an normale Antilopen angelehnt und es wird viel Gefahren, abgeglast und an aussichtsreiche Stellen gepirscht, womit sich diese Jagd auch für weniger fitte Jäger hervorragend eignet. Zudem können Sable auch an Wasserlöcher bejagt werden, was sogar eine Bejagung mit dem Bogen ermöglicht, da wir Jäger sehr nah an das Wild herankommen.

Meine Jagd sollte als Pirschjagd stattfinden und so fuhren wir zunächst weit in das Revier hinein von wo aus wir dann verschiedene Täler anpirschen wollten, welche als bekannte Stellen der Sable gelten. Von unserer Parkposition aus hatten wir verschiedene kleine Gebirgszüge/Hügel in Laufreichweite, welche uns einen super Überblick über die dahinterliegenden Ebenen geben sollten. Wir pirschten uns an den ersten Beobachtungspunkt an und gingen vorsichtig an die Felskannte um die Ebene abzuglasen. In der Ebene konnten wir mehrere Herden Impalas einige Warzenkeiler sowie Kudus sehen jedoch noch keine Sables, daher beschlossen wir auf den Hügel auf der gegenüberliegenden Seite zu wechseln. Jedoch hatten wir auch hier kein Glück, zunächst dachten wir eine kleine Gruppe erspäht zu haben, welche im dichten Busch grasten, bei näherem Hinschauen entpuppten sich die vermeintlichen Sables aber als Roan (Pferdeantilopen). Diese haben ähnliche jedoch kleinere Gehörne und sind sandfarben anstatt Schwarz gefärbt. Da sich in keiner der Ebenen Sable zeigen wollten fuhren wir mit dem Pickup etwas weiter Richtung Osten in das Revier, hier sollten ebenfalls gute Punkte für Sable sein.

   

Bereits auf dem Weg Richtung unserem neuen Beobachtungspunkt konnten wir nun endlich einige Sables sehen, allerdings waren diese alle zu jung, so dass wir sie passieren ließen. Ermutigt von der ersten Begegnung stoppten wir den Wagen am Fuße der nächsten kleinen Hügelkette, um erneut einen Aufstieg zu wagen und die dahinterliegenden Ebenen abzuglasen. Zunächst das gleiche Spiel wie zuvor einige Impalas und Kudus in der Ebene aber keine Sable. Da es bereits um die Mittagszeit war, entschieden wir uns hier eine kleine Rast einzulegen und hofften später doch noch Sable in der ebene zu entdecken. Während wir unsere Sandwiches aßen glasten wir regelmäßig die Ebene ab. Plötzlich entdeckten wir aus dem Dickbusch zwei schwarze Antilopen in unsere Richtung marschieren, jedoch noch verdeckt, so dass wir nicht sagen konnten was genau es war. Gespannt blieben unsere Ferngläser auf den Dickbusch gerichtet und dann taten die beiden Antilopen uns den gefallen in die Ebene auszutreten. Diesmal hatten wir glück es handelte sich um zwei starke Sable, ein Abnormer mit unterschiedlichen Hörnern und ein typischer Sable. Dieser war nun unser Ziel der Jagd. Von hier aus war an einen Schuss nicht zu denken, die Sable waren noch ca. 600m entfernt sind aber im Begriff langsam in unsere Richtung zu marschieren.

 

Der Plan war schnell gemacht, wir wollten in die Ebene hinabsteigen und dann vorsichtig geschützt von den Büschen in Richtung der Sable pirschen. Unser Tracker, der Berufsjäger und ich machten uns an den mühevollen Abstieg. Vorsichtig ging es Meter für Meter den steilen Abhang hinunter bis wir schließlich in der Ebene angekommen waren. Da es von hier keinen Sichtkontakt mehr zu den Sable gab orientierten wir uns an den Wegen und Bäumen, welche wir uns bereits vor dem Abstieg gemerkt hatten. Langsam pirschten wir uns von Busch zu Busch bis wir schließlich in die Nähe der Sable kamen. Durch das enge Buschwerk konnten wir sehen, wie die Sable immer weiter in die offene Fläche liefen. Dies machte unser anpirschen entsprechend schwieriger, da weniger Deckung vorhanden war. Aus diesem Grund ließen wir unseren Tracker zurück und mein PH und ich pirschten jetzt von Baum zu Baum immer weiter in Richtung der Sable. Als wir noch ca. 150m von den Sablen entfernt an einer kleinen Dornbuschgruppe angekommen waren, wollten wir unser Glück probieren. Wir bauten vorsichtig das Dreibein auf und ich ging mit meiner R93 in 8x68s in Anschlag. Die Sable zogen immer noch langsam aber breit vor uns her. Mein Fadenkreuz hatte die Kammer fest im Blick und als der Sable kurz verhoffte, war meine Chance da und ich ließ die Kugel fliegen. Auf den Schuss hin brach der Sable sofort zusammen und eine lange Pirsch ging für uns erfolgreich zu Ende. Ich erhielt meinen Dornbuschbruch und der Sable den letzten Bissen. Jagdliches Brauchtum wird auch von vielen in Afrika noch ähnlich wie in Deutschland gepflegt, was ich als sehr wichtig ansehe. Nach dem Schuss kam nun auch wieder der Tracker zu uns und wir bereiteten den Sable für die obligatorischen Bilder vor.

Auf der Rückfahrt konnten wir weitere Sable und auch Roan beobachten die hier in dem Revier ebenfalls reichlich vorkommen. Neben Standardantilopen ist dieses Gebiet auch bekannt für Exoten wir Goldengnus, schwarze Impalas oder Kupferspringböcke. Diese Arten sind besonders beliebt bei US Jägern, für mich allerdings weniger da ich mehr auch die normalen Spezies besinne. Eine Besonderheit die hier ebenfalls vorkommt und es mir angetan hat ist der Schwarze Springbock. Diese Farbvariante ist im Unterschied zu den Goldengnus,… eine normale Ausprägung der Natur und somit eine natürliche Farbgebung. Die Letzten 3 Tage sollte es daher auf den schwarzen Springbock gehen. Wir sahen hierbei sehr viele normale Springböcke, und ich konnte auch zwei erlegen, welche wir mit Verletzungen gefunden hatten allerdings wollten sich die schwarzen Böcke nicht so leicht zeigen. Die ersten 2 Tage konnten wir lediglich einen erblicken der aber zu schnell im Dickicht verschwand und somit keinen Schuss zuließ. Am letzten Tag hatten wir dann endlich einen passenden Bock erspäht und wollten diesen angehen. Wir verfolgten den Bock über Stunden durch den dicksten Busch. Wir kamen einige male auf ca, 250m heran aber jedes Mal, kurz vor der Schussabgabe, hatte sich der Bock wieder in den Dickbusch zurückgezogen. Unsere letzte Chance war den Bock zu Umschlagen und auf dem nächsten Wechsel zu warten. Gesagt getan im großen Bogen ging es um den Bock herum und wir positionierten uns an dem vermeintlichen Wechsel, wo wir den Bock erwarten wollten. Die Zeit verging und es wurde immer dunkler bis es schließlich so dunkel wurde, dass wir keine Chance mehr hatten anzusprechen. Just in diesem Moment setzte sich die Springbockherde mit dem schwarzen Bock in Bewegung und wechselte vor uns über den Weg aber es war zu dunkel um den passenden Bock noch auszumachen. Etwas enttäuscht aber mit dem festen Gedanken in einem anderen Jahr mein Glück auf schwarzen Springbock zu probieren ging es zurück ins Camp und am nächsten Morgen zum Flughafen. Es waren erneut 6 schöne Tage in Südafrika die viele bleibenden Eindrücke hinterließen.

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